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Die Bevölkerung stieg in England von 1750
bis 1800 von 10 auf über 16 Mio. Nun brauchte man mehr Lebensmittel,
mehr Kleidung. Baumwollstoffe waren besonders gefragt. Immer mehr Baumwolle
kam aus den amerikanischen Kolonien ins Mutterland. Die Frauen konnten
mit ihren einfachen Spinnrädern gar nicht genügend Garn produzieren.
Da erfand ein Tüftler 1767 die "Spinning Jenny", mit der
man eine Reihe von Fäden gleichzeitig spinnen konnte. Andere verbesserten
diese Machine und ließen sie durch Wasserräder antreiben. James
Watt gelang 1769 die Herstellung einer brauchbaren Dampfmaschine. Watt,
der seine Erfindung ständig weiter verbesserte, gründete zusammen
mit Boulton eine Firma, die bis 1800 schon 500 Dampfmaschinen gebaut hatte.
Die für die damaligen Zeit ungeheuren Kräfte, die dem Menschen
plötzlich zur Verfügung standen, veränderten die Wirtschaft
in Europa und Amerika.
Überall stieg die Produktion, besonders die Förderung von Kohle
und Erz, und neue Verfahren brachten neue Erzeugnisse auf den Markt, z.B.Stahl.
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Fabrik auf der Burg Wetter an der Ruhr, 1834 |
Die neuen Fabriken waren vorwiegend auf Kohle
und Eisen angewiesen. Um den steigenden Bedarf zu befriedigen, wurden
viele Bergwerke erschlossen und immer mehr Menschen im Bergbau beschäftigt.
Die Mechanisierung der Förderanlage ermöglichte eine schnellere
und größere Kohlenförderung.Die Eisenindustrie entwickelte
sich in der Nähe der Kohlenlagerstellen, seit es gelungen war, das
Eisenerz mit Koks statt mit Holzkohle zu schmelzen. Dadurch verbanden
sich Bergbau und Eisenindustrie zur Schwerindustrie, dem wichtigsten Industriezweig.
Die Stahlproduktion wurde zum Maßstab für die industrielle
Kraft eines Landes. Man baute die ersten Eisenbahnstrecken; in wenigen
Jahrzehnten sollten sie in allen Industrieländern ein durchgehendes
Verkehrsnetz bilden. Auch die Schiffahrt kam unter Dampf. In Amerika verkehrten
schon zu Anfang des 19. Jh. erste Flussdampfschiffe. 1819 überquerte
der Raddampfer Savannah in 27 Tagen und 11 Stunden den Atlantik.
Eine technische Neuerung bewirkte die nächste. Die Textilindustrie
förderte die Entwicklung neuer Chemikalien wie Schwefelsäure
und Chlor, die man zum Bleichen oder Bedrucken der Stoffe brauchte; Soda
wurde für die Fabrikation von Seife, Glas und Steingut wichtig. Man
lernte, aus Kohle und Teer Lack zu gewinnen. Stahlerzeugung und Machinenbau
kamen mächtig voran.
| Kraftmaschinen |
Arbeitsmaschinen |
Kombinationen |
Kommunikation |
1769: Dampfmaschine
(James Watt, GB) |
1767: Spinnmaschine
(Hargreaves, GB)
1785: Mechanischer Webstuhl
(Cartwright, GB) |
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1805: selbsttätiger Musterwebstuhl
(Jacquard, F)
1830: Nähmaschine
1834: Mähmaschine |
1807: Dampfschiff
(Fulton, USA)
1814: Dampfloko-
tive
(Stephenson, GB)
1830: Eisenbahn
(Stephenson, GB) |
1837: Telegraf
(Morse, USA) |
1866: Dynamo
(Siemens, D)
1876: Ottomotor
(Otto, D)
1878: Elektromotor
(Siemens, D)
1889: Drehstrom-
motor
1897: Dieselmotor
(Diesel, D) |
1862: Melkmaschine |
1879: Elektrische Lokomotive
(Siemens, D)
1885: Auto
(Benz, D) |
1876: Telefon
(Bell,USA) |
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