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In England stand am Anfang der Industriellen Revolution
die Baumwoll- bzw.Textilindustrie. In Deutschland wurde der Eisenbahnbau
als Schlüsselindustrie zur Triebkraft der Industrialisierung. Der
Staat förderte zusammen mit finanzkräftigen Privatleuten den
Bau der Eisenbahn. Das Kapital wurde durch Aktiengesellschaften beschafft.
Am 7.Dezember 1835 dampfte die erste deutsche Personeneisenbahn von Nürnberg
nach Fürth. 1850 gab es schon 6000 km deutsche Eisenbahnstrecken.
Deutschland war von Ost nach West, von Süd nach Nord mit Schienen
durchzogen; es wurde dank der Möglichkeit des raschen und billigen
Massentranports erstaunlich schnell zum einheitlichen Marktgebiet zusammengefaßt.
Im Jahre 1850 war die Eisenbahn schon das wichtigste und billigste Verkehrs-
und Transportmittel. Die Transportkosten fielen auf ein Fünftel bis
ein Sechstel ihre alten Höhe. Durch Zunahme der Transportkapazität,
Erhöhung der Transportgeschwindigkeit und Senkung der Transportkosten
konnten Güter nun auch über weite Strecken von dort hergeholt
werden, wo sie am günstigsten hergestellt wurden. Durch den Eisenbahnbau
kam die gesamte Wirtschaft in Schwung. In den fünfziger Jahren des
19.Jh.wurden ein Fünftel aller Investionen in die Eisenbahn und ihre
Zulieferbetriebe gesteckt.
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1839:
Eröffnung der Eisenbahn Augsburg - München |
Für die Eisenbahnanlagen benötigte
man Eisen und Holz. Roheisen wurde mit Koks verhüttet, wofür
man Massen von Kohlen benötigte. Im Ruhrgebiet beschleunigte sich
der Ausbau des Kohlebergbaus, und zwar im Abbau unter Tage, wozu man dampfgetriebene
Fördermaschinen brauchte. Das gab den Anstoß für den Aufbau
und Ausbau einer Maschinenbauindustrie.
1873 gab es mehr als 20.000 Streckenkilometer.
10 Milliarden Mark waren bis dahin in den Eisenbahnbau investiert worden.
Für 5,5 Milliarden Mark waren Anlagen und Betriebsmittel angeschafft.
4,5 Milliarden als Löhne ausgezahlt worden. 1852 wurden 110.000 Menschen
beim Bau der Bahnen beschäftigt, 1866 schon drei- und 1873 sechsmal
so viel.
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