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Die geologischen Verhältnisse waren und sind in Mülheim
sehr gut. Mülheim liegt am westlichen Ende der ostwärts bis
Unna und südwärts bis Wuppertal liegenden Kohlevorkommen.
Aber von den rund 200 Flözen sind nur ca. 46 abbauwürdig.
Im 14. Jahrhundert gab es schon die ersten Pütts (Stollen, die
horizontal in den Berg getrieben wurden), die aber rasch aufgegeben
wurden, weil man das Grundwasser nicht abpumpen konnte. Trotzdem wurden
immer neue Stollen in die Berge getrieben, denn die Kohle wurde immer
wichtiger. Im 18. Jahrhundert war der Bergbau eine Nebenerwerbsquelle
für Bauern. Mülheim wurde bald wegen seiner günstigen
Lage zum Haupthandelsplatz für Kohle in Deutschland. Schließlich
jedoch waren die Flöze ausgeplündert, und man versuchte tiefergelegene
Flöze zu erreichen.
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Zeche Humboldt |
Um 1800 begann man damit, Tiefbauzechen zu erschliessen, und 1808
gelang es, ein Flöz in 17,7 m Tiefe anzuschlagen. Ca. 30 Jahre später
gab es in Mülheim mehrere Tiefbauzechen: in Dümpten Zeche Caroline,
Zeche Roland, Zeche Sellerbeck, und in Heißen Zeche Humbolt, Zeche
Rosenblumendelle und Zeche Wiesche.
Trotz der technischen Weiterentwicklung der Dampfpumpen und der Hilfe
von Zechenpferden war die Arbeit sehr hart.
Zwischen 1890 und1960 war die Kohle der größte Industriezweig
im Ruhrgebiet. Der Wohlstand stieg mit der technischen und wirtschaftlichen
Entwicklung. Nie wurden so viele Maschinen entwickelt wie in diesem Zeitraum.
Es ging um Maschinen zum Abbau, zum Transport und zur Verarbeitung von
Kohle. Viele Industriezweige schwammen auf der Kohlenwelle, z.B. Maschinenbau,
Eisenbahn, Stahl- und Bauindustrie.
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Zeche Rosenblumendelle |
Aber ab 1960 begann man an dem Kohlenthron zu rütteln: Die
Stahlindustrie war nicht mehr vollständig auf die Kohle angewiesen.
Die Lichtbogenöfen kamen in Mode; sie erzeugten die Hitze für
die Stahlerzeugung mit Hilfe von elektrischen Kurzschlüssen. Auch
zum Antrieb von Maschinen nahm man kaum noch Kohle. Dampfmaschinen wurden
durch elektrische Motoren abgelöst.
So fing das Zechensterben an. Gegen 1965 gab es keine einzige Zeche mehr
in Mülheim. Das Zechensterben im Ruhrgebiet geht weiter. Von den
1958 fördernden 128 Schachtanlagen wird es vielleicht im Jahr 2015
keine mehr geben.
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Zeche Wiesche |
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