Umweltbelastungen
durch die industrielle Revolution im Ruhrgebiet
am Beispiel der Stadt Mülheim an der Ruhr
Das Ruhrgebiet ist der größte industrielle
Ballungsraum in Europa (Einwohnerzahl heute: ca. 5 Millionen).
Die industrielle Entwicklung im Ruhrgebiet wurde durch die Kohlenlager
im Ruhrtal ausgelöst. Nach einer vorindustriellen Phase 1820 bis
1850 begann die eigentliche Industrielle Revolution nach 1850.
Je weiter die Entwicklung voranschritt, desto größer schlimmer
wurde jedoch auch die Umweltbelastung. Es gab keinerlei Umweltschutzmaßnahmen.
Viele Gefahren wurden nicht erkannt, da es keine entsprechenden Messmethoden
gab. Viele Gefahren entstanden aber auch erst, weil man Gefahrenherde
nicht rechtzeitig berücksichtigte.
Vor 1900 existierten katastrophale Abwasserverhältnisse; die Hygiene
und die Wohnverhältnisse der Bevölkerung waren dadurch beeinträchtigt.
Außerdem entstanden Probleme der Versorgung der schnell wachsenden
Industrie und Bevölkerung mit Trinkwasser. Der Höhepunkt dieser
Fehlentwicklung war das Auftreten von Seuchen im östlichen Ruhrgebiet.
Als Folge wurden Kommunen und Industrie vom preußischen Staat per
Gesetz gezwungen, die Abwasserverhältnisse in Ordnung zu bringen
und eine Bevorratung der Wasserversorgung sicher zu stellen. Dies führte
zur Entstehung der Kanalsysteme und Kläranlagen und zu den Ruhrtalsperren,
dies wiederum als Sekundärfolge zu Ökoproblemen im Sauerland.
Die Luftverschmutzung wurde erst in den 60er/ 70er Jahren, nach dem 2.
Weltkrieg und nach dem Wiederaufbau, richtig ernst genommen. Zeichen eines
veränderten Denkens waren
- ein Emissionsschutzgesetz,
- der Wahlkampf der SPD in NRW (Der Himmel über der Ruhr
muss wieder blau werden),
- das Entstauben, Entschwefeln der Schornstein-Abgase durch Filteranlagen.
Mehrere Generationen hatten wesentliche Belastungen der Luft, des Wassers
und des Bodens miterlebt; negative Einflüsse, die teilweise bis heute
nicht erkannt wurden.
Die Umweltproblematik ist in 3 entwicklungsräumlichen Phasen fortgeschritten.
Sie begann im Süden des Ruhrgebiets und wanderte dann in Richtung Emscher,
da hier größere Tiefbauschachtanlagen angelegt werden konnten.
Nach dem letzten Krieg zog die Entwicklung weiter nach Norden in Richtung
Lippe, weil dort die Abbaumöglichkeiten für die Kohle ergiebiger
waren.
Mit dem Bergbau direkt verbunden waren Bergsenkungen und entsprechende Bergschäden,
die auf mangelhafte Verfüllung der Stollen zurückzuführen
sind. In den Anfängen wurde nur selten oder gar nicht verfüllt.
Im Laufe der Zeit erkannte man jedoch die Notwendigkeit und bemühte
sich die Schäden zu verringern
Der anfangs industriell stark beanspruchte südliche Teil des Ruhrgebiets
hat durch den Rückgang der Großindustrie es wieder erste positive
Einflüsse erfahren, die unter den Begriffen Renaturierung und Rekultivierung
zusammengefasst werden können.
Einige positive Beispiele aus Mülheim:
- Die Ruhranlagen einschließlich des Wasserbahnhofs: Aus Kohleumschlagplätzen
und Bootswerften wurden Parkanlagen.
- Witthausbusch und Kahlenberg: Aus Steinbrüchen wurden Wald
und Parkanlagen.
- Die Ruhrtalbahn Kettwig Styrum wurde in einen Rad- und
Wanderweg umgebaut.
- Die Zeche Humboldt wurde zum Rhein-Ruhr-Zentrum.
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Luftverschmutzung im Ruhrgebiet heute |
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